Sandkörner
von Roland Lach (mutabor1970)

 

Der neue Morgen am Meer. Die Sonne scheint auf die Sandkörner, jedes mit einer Seele, die zum Leben erwachen will. Es kommt der Mittag und der Sand glüht heiß, sehnt sich nach Erfüllung. Am Nachmittag senkt sich die Sonne und das Meer rauscht bedächtiger, ruft nach Freude am Sein. Der orangene Schein des Abends verheißt Ruhe der Nacht. Die Sandkörner träumen mit dem Rauschen des Wassers von fernem Land des nie zu endegehenden Sinnes der hellen Sterne in der Ferne. Ein Schwimmer geht in die warmen Wellen. Schön ist der Strand. Nackt ist er wie die Sandkörner. Im Zelt an der Düne dreht er sich noch mal um und schlummert ein, begleitet vom Rauschen der Wellen. Er fliegt plötzlich mitten am Himmel wie ein Vogel in seinem Heim. Ab nun verscleiert sich die Geschichte. Er merkt das er alleine ist, niemand an seiner Seite. Nur er und der ewige Äther bleiben sich der Wachheit bewußt. Er wacht kurz auf. Seine Frau schläft tief. Wo ist unser augenblickliches Heim ? dachte er bei sich. Hier im Zelt oder irgendwo in den Stunden des Schlafes versteckt. Versteckt vor aller Fremde, nah bei den Sternen, die am Himmel leuchten. Seine Frau wachte auf. " Bist du wach, Schatz ? " fragte sie ihn. " Ich träumte von meiner Geburt. Da oben, wo wir nie richtig bleiben konnten. " " Was hast Du da erlebt ?" " Eigentlich war ich baden, doch dann schlief ich wieder bei dir ein. Ich dachte, ein Wessen würde da drüben würde wach sein. Eines das uns kennt, jedes Sandkorn kennt. Es gibt unsichtbare Fäden zwischen den Sandkörnern. In ihrem Inneren sind sie wie leer, doch gibt es da etwas: Ein Punkt der Mitte. " Also ich weiß nicht,was meinst du ? Ein Versteckspiel. Ich wollte dir von dem Wesen mehr erzählen, aber es ist wieder irgendwo in meinem Traum. " Sie schliefen ein, schwanger mit ihrer Existenz und etwas was Versteckspiel spielt. In seinem Kopf herrschte Stille. Er fragte sich nach dem Wesen, welches ihm vorher erschienen ist. Sie wachten beide auf. " Guck mal ", sagte sie, "wir sind hier allein, erzähl mir etwas." "Liebes, die Geschichte, die ich dir erzählen will schwindet, sobald ich nach ihr greife. Etwas muß die Sandkörner ausmachen, sie zusammenhalten. " Der Strand war still, wie zuvor.

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