runter [eine Untertreibung]
von Martin Janusch

 


Thomas B. zur Widmung:


Das U-Land kann als die ordinärste Kümmerlichkeit des sogenannten Bundesstaates anbetrachtet werden. Kein anderes Land in diesem Staat ist so kulturlos wie das U-Land. Im U-Land hausen die stumpfsinnigsten Menschen in den widerwärtigsten Häusern, die diese stumpfsinnigsten Menschen in die hässliche Landschaft hinein gebaut haben. Das U-Land und mit ihm die U-Länder sind eine einzige Niedertracht, ja, sind die Niedertracht schlechthin in diesem Staat. Keine gemeinere Niedertracht hat dieser Staat jemals hervorgebracht als das U-Land mit seinem zersetzenden Siechtum, seiner radikalen geistigen und kulturellen Selbstauslöschung, seiner gleichermaßen gegen die miserable Verdummung eingetauschten geistigen und kulturellen Entleerung. Land und Leute sind insgesamt, damit in allen möglichen Belangen, als sinnverkommen zu bezeichnen, in jeder Hinsicht und also als nicht einmal in die Sinnverkommenheit, namentlich die des U-Landes und seiner U-Länder, genügend hineinzureichen fähig. Vor lauter Sinnverkommenheit ist das ganze U-Land auch heute noch zu sinnverkommen, um diese seine eigene Sinnverkommenheit zu erfassen, sie zur Gänze zu erreichen. Vielmehr reicht neben dieser unzureichenden, ihr selbst nicht mehr genügenden Sinnverkommenheit keine noch so stinkende Garstigkeit des Staates Österreich auch nur annähernd an die Garstigkeit des U-Landes und seiner U-Länder heran, keine einzige von allen Garstigkeiten. Naturgemäß ist die alleinige Existenz des U-Landes, mit ihm seiner U-Länder, diese Garstigkeit. Das ist die Wahrheit. Das U-Land hatte niemals Niveau gehabt. Genau aus diesem Grund, da das U-Land und seine ganzen U-Länder zu keiner Zeit Niveau besaßen, kann das U-Land, genauso wenig wie das grauenhafte Naturverbrechen, das seine U-Länder sind, auch nicht weiter nach unten fallen. Ohne jemals Niveau gehabt zu haben, kann etwas nur ganz von selbst ganz unten sein, am Bodensatz, von allem Anfang an, bis zum Ende des U-Landes und seiner U-Länder. Das U-Land ist ein Ort der größten nur denkbaren Niveaulosigkeit, einer fürchterlich bodenlosen geistigen Haltung, die gleichzeitig einer unsagbar entsetzlichen wie samt und sonders verarmten Ungeisteshaltung aller U-Länder zusammen im U-Land gleichkommt, da alles an geistiger Haltung, schon zu Anbeginn, als das U-Land zum U-Land wurde, fortgejagt war - von den U-Ländern aus dem U-Land und vom U-Land aus den U-Ländern. Das U-Land hat dennoch wichtigste Bedeutung, es bedeutet sogar eine Notwendigkeit für diesen Staat. Da das U-Land eine so gewaltige Übeltat mitsamt seiner U-Länder wurde und bleibt, kommt ihm die höchste Bedeutung zu. Wäre das U-Land keine solche Verunstaltung geworden, und also zu dem, was es immer schon war und bleibt, dann bliebe in ganz Österreich nichts übrig, woran eine solche Vernichtung aller geistigen und kulturellen Werte in dermaßen Deutlichkeit zu Tage käme. Im ganzen Staat Österreich müsste man nach einer regelrechten Abfallregion, wie sie allein das U-Land ist, zu suchen beginnen und letztendlich nicht fündig werden. Dem U-Land also, dieser Notdurftanstalt für jedwede Kultur und Geistigkeit, diesem U-Land als Kloake im Keim erstickter Kraft im Denken, seinen durch und durch verödeten und lediglich für den Stumpfsinn geeigneten U-Ländern, ist für die Eindrücklichkeit, die man bekommt, durchaus Dank und reinstes Lob auszusprechen, sieht man tief, so tief wie nur möglich, so tief, wie man nur tief [...]blicken kann, [...]. Mit dem U-Land [...]

[...].

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