Brief an die Sucht
von Ralf Burczyk

 

Junkiekotze

Brief an die Sucht (alles Junkiekotze)

Was ich will
Ich will die Welt
Was ich will
Meine Familie
Wie die heißt
Steht auf keinem Papier
Klein oder groß
Ist groß
Und doch so klein

Was ich will
Liebe
Vertrauen
Freundschaft
Ich will uns
Uns Alle
Was ich will
Alles geben
Für die Menschen, die ich liebe
Für dich
Für mich
Für uns
Uns Alle
Ich brauche euch
Ihr braucht mich
Lasst uns zusammen sein


Weg mit dem Dreck
Weg, haut ab
Haut doch ab
Erbärmliches Geschmeiß
Zu hoch der Preis
Zu schlimm der Albtraum
Fast so schlimm wie das Erlebte
Weg mit euch
Miese Träume
Böser Geist
Hast du geglaubt
Mich zu besiegen
Warst zu oft so kurz davor
Mich zu besiegen
Hast mich zu oft
Angestarrt
Ausgelacht
Mit deiner grausam kalten Fratze
So kalt
So kalt
Ha ha
Hast mich benutzt
Wie du wolltest
Ich war hilflos
Und auch so kalt
Wäre sonst gestorben
In deiner bösen Glut
Hast so viel erzählt
In den kalten Nächten
Als ich Wärme brauchte
Gegeben hast du nichts
Wie auch
Konntest nichts geben
Kannst niemals geben
Niemandem etwas geben
Außer deine üblichen Phrasen
Blah Blah
Den Sieg so sicher vor Augen
Viel zu sicher
Weil
In Wirklichkeit
Wolltest du mich
Heimholen in dein Reich
In dem keiner lachen darf
Leben
Lust
Liebe
Verboten
Mit dir leben zu müssen ist schlimmer
Als der Tod
Wie bin ich hineingeraten
In deinen Strudel

Wie hast du mich geschlagen
Wie hast du mich getreten
Als ich vor dir lag
Wimmernd nach Erlösung
Nur für einen Augenblick
Bettler
Hast du mich genannt
Du hattest recht
Weil ich ein Bettler war
Und wie hast du mich ausgelacht
Als ich dich küssen musste

Wie hast du mich benutzt
So sicher
So klar
Dein Sieg
Dachtest du



Ja
Dachtest du
Aber nicht mit mir
Ich bin zu stark
Und gehe nicht
Ohne den Kampf
Den kriegst du
Den kriegst du
Den hast du
Den willst du
Den kriegst du

Weißt es eh ganz genau
Weil wir uns kennen
Weil wir uns so genau kennen
Es gibt keinen Anderen
Es gibt keinen Gegner
Der so kämpfen kann wie ich
...............................................
es gibt auch keinen
Der so gut ist wie du
Es gibt keinen
Der uns helfen kann
Der uns trennen kann
Der uns heilen kann
Außer wir geben Gas
In verschiedene Richtungen
Und halten uns voneinander fern
Solange es geht
Ha ha
Brauchen wir uns etwa
Wir brauchen uns
Scheiße, wir brauchen uns
Scheiße, wie sind eins
Frag nicht warum
Ich will nicht mit dir leben
Kann aber auch nicht ohne dich leben
Weil du ein Teil von mir bist
Also lass uns mal reden


Bis bald!




Der Grenzgänger

Autorenplattform seit 13.04.2001. Zur Zeit haben 656 Autoren 4476 Beiträge veröffentlicht!